FLS – MODULE
20.02.20 autorDejan Pavlovic

Beschilderungen, Leitsysteme, Orientierungssysteme und Informationssysteme unterscheiden sich nicht nur im Wortlaut…

Ein Verständnis für die verschiedenen Begrifflichkeiten und Anwendungen für eine bessere Orientierung.

Informations- und Orientierungssystem an einer Klinik mit unserem Farbleitsystem

Seit über 10 Jahren entwickeln und montieren wir erfolgreich unser Farbleitsystem an Schulen, öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern. Oft werden wir damit konfrontiert, dass die Begrifflichkeiten Leitsystem, Orientierungssystem, Informationssystem und Beschilderung gleichbedeutend oder unbewusst verwendet werden, was leicht zu Missverständnissen führt. Denn ein Leitsystem ist nicht nur eine einfache Beschilderung von Türen oder Räumen, sondern einiges mehr. Mit mehr Erfahrung und unzähligen Konzeptionen für eine bessere Orientierung haben wir gelernt, sehr pragmatisch während der Umsetzung vorzugehen und keinen Schilderwald zu erzeugen. Denn der Leitspruch „So wenig wie möglich und so viel wie nötig“ ist einer der Grundsätze, der einerseits dem Auftraggeber viel Geld spart und andererseits den Besuchern den größten Nutzen bringt.

Gute Orientierungssysteme benötigen sehr viel Planung und Kommunikation mit dem Auftraggeber, um auch die gewünschten Ziele zu erreichen. Denn diese Investition an Zeit und Kommunikation vermeidet unnötige Kosten und erzielt eine effiziente Realisierung. Man darf nicht die Langlebigkeit eines Orientierungssystems unterschätzen. Uns sind Leitsysteme begegnet, die schon sehr lange existieren. Viele analoge Leitsysteme werden auch die aktuell gehypten digitalen Systeme überdauern. Demzufolge sollte man nicht nur schauen welches Resultat man erzielen will, sondern auch überlegen, wie ausbaufähig und langlebig das konzipierte System werden soll.

Was uns aber immer noch verwundert, sind die provisorischen Infozettel, die zum Teil an Wänden oder Türen angebracht werden. Egal wie innovativ das Leitsystem ist, es wird immer jemanden geben, der eine weitere Information für nötig hält und diese öffentlich anbringt.

Leitsysteme sind für Besucher die erste Kommunikation mit dem jeweiligen Gebäude.

Punktuelle Beschilderung

Die einfachste Informationsübermittlung im Gebäude ist, neben dem Befragen von Leuten, eine punktuelle Beschilderung, in der Regel in Form von Türschildern oder Eingangsschildern. Diese Schilder zeigen dem Besucher an, um welches Gebäude es sich handelt oder was/wer sich im konkreten Raum befindet. Beschilderungen können also nur eine grobe Richtung vorgeben, aber nicht konkret den Besucher führen. Denn selten zeigt eine punktuelle Beschilderung eine klare Information, wo sich der Raum exakt befindet. Dies erschließt sich nur nach mehrmaligem Besuch des Gebäudes. Nummerierung, Etageninformationen und wo sich die Treppenräume oder Aufzug befinden, sind beim ersten Betreten nicht bekannt, um die Systematik und Organisation des Gebäudes zu erkennen.

Punktuelle Beschilderung

Dies zwingt den Besucher sich zunächst orientierungslos auf den Weg zu machen und das Gebäude zu erkunden. Gerade komplexe öffentliche Gebäude sind bei den ersten Besuchen ein größeres Unterfangen bis man den Raum mit dem jeweiligen Ansprechpartner gefunden hat, um dann endlich sein Anliegen vorbringen zu können. Diese Art der Beschilderung, die vor 25 Jahren die Regel war, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Die Menschen haben weniger Zeit, Wege und Abläufe müssen effektiv gestaltet sein und aus Sicherheitsgründen ist es nicht erwünscht, dass sich Leute im Gebäude unkontrolliert bewegen können.

Das gewünschte Ziel leicht zu finden ist ein Anspruch, den jedes komplexe Gebäude gegenüber dem Besucher bieten muss.

Einfache Leitsysteme

Unter einfachen Leitsystemen verstehen wir, dass Besucher beim Betreten des Gebäudes eine klare Struktur des Gebäudes aufgezeigt und schnelle Führung zum gewünschten Ziel angezeigt bekommen. Zur optimalen Umsetzung eines einfachen Leitsystems benötigt man eine fundierte Planung, um nicht nur den Mitarbeitern im Gebäude eine bessere Orientierung zu bieten, sondern besonders den Besuchern, die das erste Mal das Gebäude betreten. Deswegen ist es wichtig im Vorfeld zu klären, für wen eigentlich das Leitsystem konzipiert wird und wie diese Personen geleitet werden sollen. Gibt es nur bestimmte Bereiche im Gebäude in die Besucher geführt werden sollen oder ist das gesamte Gebäude für den Besucher zugänglich? Denn manchmal will man Besucher von bestimmten Gebäudebereichen fern halten. Beachten sollte man auch, welche Komponenten bei den jeweiligen Projekten Verwendung finden. Ist eine Langlebigkeit des Leitsystems gewünscht oder soll es nur temporär verwendet werden, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu demontieren?

Einfaches Leitsystem, das den Besucher direkt ans Ziel führt.

Da es sich dabei um ein einfaches Leitsystem handelt, sind natürlich bestimmte Voraussetzungen nötig, um es auch so zu benennen. Wesentliche Merkmale sind einerseits gut sichtbare Übersichtstafeln auf denen die Lage des Ziels vermerkt ist bzw. der Grundriss des Gebäudes einfach dargestellt wird und andererseits Richtungspfeile und klare Bezeichnungen auf den Schildern. Der Besucher wird folglich auf dem ganzen Weg mit den nötigten Anweisungen, wie man zum Ziel kommt, begleitet. Wenn dies der Fall ist und unterwegs keine Ungereimtheiten auftreten, ist das Leitsystem nützlich. Gefährlich kann es werden, wenn dieses Leitsystem fehlerhaft ist und somit in Notsituationen bzw. Krisenfällen die Rettungsdienste den gesuchten Raum nicht finden.

Gerade komplexe Gebäudestrukturen, wie Krankenhäuser sind sehr „organische“ Strukturen, wo in regelmäßigen Zyklen Räume umbenannt, umgebaut oder erweitert werden. Dabei muss man immer darauf achten, dass das Leitsystem entsprechend aktualisiert und gepflegt wird. Genauso nachteilig kann es sein, wenn Schilder im Laufe der Zeit abmontiert oder durch anders aussehende Schilder ersetzt werden und folglich vom Besucher nicht mehr unmissverständlich wahrgenommen werden können.

Eine Ansammlung von Wegweisern ist noch kein funktionierendes Leitsystem.

Das Orientierungssystem als Erweiterung des Leitsystems

Das Orientierungssystem, wie z. B. unser Farbleitsystem wurde speziell dafür entwickelt den Menschen jederzeit und überall in komplexen Gebäuden anzuzeigen, wo sie sich befinden und wo das jeweilige Ziel zu finden ist. Natürlich ist ein Orientierungssystem in kleineren Gebäuden nicht zwingend nötig, aber gerade bei großen Gebäudestrukturen mit mehreren Etagen, Treppenräumen und Fluren, kann der Besucher sehr schnell die Orientierung verlieren und sich fragen, ob er immer noch auf dem richtigen Weg ist.

Deswegen ist es sehr hilfreich, Bereiche im Gebäude farblich klar zu definieren und diese, falls erforderlich, auch mit allgemein bekannten Zeichen zu ergänzen. Gerade aber die Einheitlichkeit und Wiedererkennung eines Orientierungssystems wie bei dem FLS zeigt, dass es für die Nutzer eine enorme Erleichterung bietet.

Orientierungssystem: Farblich und mit Zeichen gekennzeichnet.

Farbbereiche definieren die Gebäudeteile. Wenn erforderlich, werden auch klar erkennbare Buchstaben für Gebäudeteile verwendet. Kennzeichnung der Raumnummerierung an jeder Tür, die einem logischen Nummerierungssystem folgt, kann dem Benutzer gleichzeitig anzeigen, ob man in der richtigen Richtung unterwegs ist.

Wenn das Leitsystem nicht funktioniert, werden die Folgen oft unterschätzt. Wie oft wird das Pflegepersonal im Krankenhaus nach dem Weg gefragt? Viel zu oft!

Gute Orientierungssysteme sollten immer mehrere Funktionen erfüllen. Einerseits dient es dem Besucher schnell und direkt sein Ziel finden zu können und andererseits soll es dazu beitragen, jederzeit seinen Standort im Gebäude zu wissen. Aber auch für Sicherheit und Notfälle ist ein optimales Orientierungssystem unverzichtbar. Rettungsdienste finden die Räume oder den Ort schneller. Leute, die in Not geraten sind, können genau mitteilen, wo sie sich befinden.

Informationssysteme

Informationssysteme umfassen alle Informationselemente und Hinweisschilder, die sowohl für das Auffinden eines Ziels als auch der Orientierung dienen. Durch das digitale Zeitalter haben Bildschirme die klassischen Pinwände, schwarzen Bretter und Aushangsvitrinen ersetzt. Größere Bildschirme in den Eingangsbereichen oder Foyers geben den Besuchern aktuelle Informationen über Veranstaltungen und verschiedene wechselnde Nachrichten.

Dies wird sich sicherlich in den kommenden Jahren wieder ändern, da Technologie immer weiter fortschreitet und immer raffiniertere Systeme entwickelt werden. Informationssysteme werden immer eine Ergänzung zu Orientierungssystemen sein. Gerade der Bereich Inklusion wird für die Orientierung in den Gebäuden zum Teil mit den neuen Technologien ergänzt und immer wichtiger werden.

Informationssysteme neben dem Orientierungssystem

Zusammenfassend:

• Punktuelle Beschilderung zeigt nur die Information was sich am aktuellen Standort befindet ohne Wegeführung.
• Einfaches Leitsystem führt den Nutzer ohne Unterbrechung nur zum gesuchten Ziel.
• Orientierungssystem führt den Nutzer zum gesuchten Ziel und gibt ihm dabei immer die Möglichkeit zu wissen, wo er sich gerade befindet.
• Informationssystem hat mit der Orientierung an sich nichts zu tun, sondern gibt nur allgemeine Informationen.

Da wir auch Krankenhäuser mit unserem Farbleitsystem ausstatten, haben wir erkannt, wie komplex diese Gebäudetypen sein können. Daher empfehlen wir jedem Verantwortlichen in einem Krankenhaus sich über die Wichtigkeit eines Orientierungssystems Gedanken zu machen. Wir unterstützen die Krankenhäuser dabei gerne mit unserem Wissen und unserer Erfahrung. Denn unser FLS erfüllt alle Anforderungen, die komplexe Gebäude heute und auch in der Zukunft benötigen.

Dejan Pavlovic
Über Dejan Pavlovic Designer, Media Consultant, Business Angel
Seit 1994 entwickele ich als Designer für Unternehmen nach dem Prinzip der “10 Heuristiken” Userinterfaces, Webseiten und Informationssysteme. Mein Schwerpunkt liegt hier in der Optimierung der grafischen Benutzung und der einzelnen Arbeitsschritte innerhalb einer Anwendung. Ich verwende alle gängigen Softwarepakete und scheue mich nicht neue Technologien einzusetzen und damit auch neue Wege zu beschreiten. Mittlerweile betreue ich Projekte (Branding, Design, Software) in ganz Deutschland, Schweiz, Österreich, Serbien, China und in den USA.

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