Wegen Amokläufen werden Schüler immer mehr über die sozialen Medien überwacht

Dejan Pavlovic

Die Überwachung der Schüler wird immer mehr zu einem neuen lukrativen Geschäftsfeld. Viele Startups und Tech-Unternehmen sind schon dabei.

Social Media ist bei allen Schülern ein wichtiger Bestandteil im Alltag.

Gerade wegen AMOK-Gefahr und anderen möglichen Krisensituationen werden Schüler immer mehr an Schulen ausgespäht. Natürlich hat der Datenschutz in Deutschland noch mitzureden und somit ist aktuell sogenanntes Monitoring eher eine theoretische Alternative für mehr Sicherheit an Schulen. Gerade die Überwachung der sozialen Medien und auch neuste Technologien in der Gesichtserkennung durch Kameras zeigen die Möglichkeiten auf, die uns vielleicht in Deutschland in Zukunft erwarten könnten.

Bei der Überwachung werden am Anfang nur kleine Schritte getätigt, die legal und auch von den Betroffenen erwünscht sind.

Es fängt oft mit der Überwachungskamera an

Oft werden Krisensituationen dazu genutzt viele rechtliche Freiheiten an Schulen zu untergraben, um mehr Sicherheit und Gefahrenminimierung zu bieten. Dies ist aber bei näherem Hinschauen oft nicht der Fall. Klare Aufklärung und Offenheit gegenüber Schülern und die Nutzung der eigenen Fähigkeiten reicht in den meisten Fällen vollkommen aus.

Durch die Überwachung wird Sicherheit nur vorgetäuscht, die bei den Mitwirkenden dazu führt, die Selbstverantwortung abzugeben und keine Initiative im Notfall zu ergreifen. Man verlässt sich auf Technologien, die bei falscher Nutzung oft mehr Schaden als Nutzen anrichten können.

Die Einführung von Überwachungskameras ist in der Regel nichts Schlechtes. Wobei die Nutzung gesetzeskonform und in Maßen eingesetzt werden muss. Dies ist aber oft nicht der Fall, denn häufig werden zu viele Überwachungskameras installiert. Es werden Diskussionen geführt, Statistiken vorgestellt und Gelder bewilligt, um mehr Sicherheit und Kontrolle an Schulen einzurichten, was sich aber letzlich als Täuschung herausstellt.

Die Vereinigten Staaten ein schlechtes Beispiel bezüglich Prävention.

Die Vereinigten Staaten machen es in New Yorker Schulen vor

Beim Betreten der Schule in Lockport, New York werden die Besucher und Schüler von Videokameras erfasst und die Gesichter werden automatisch identifiziert und archiviert. Trotz Protesten wird diese Technologie weiter an der Schule verwendet. Solch ein Vorgehen erzeugt kein Vertrauen bei Schülern. Denn eine Komplettüberwachung verändert auch unbewusst das Verhalten und Gebaren der Menschen. Die Schule kann jederzeit erfahren, wo sich der jeweilige Schüler oder die Schülerin wann und wo auf dem Schulgelände aufgehalten hat.

Weitere Informationen über die Schule finden sie bei vox.com oder in The New York Times

Diese Schule ist kein Einzelfall. Die Überwachung an Schulen wird in den USA immer häufiger und immer mehr Unternehmen versuchen in das lukrative Geschäft einzusteigen, einerseits durch Lobbyarbeit, aber auch geschürt durch die Angst der Politiker, noch aktiver gegen AMOK vorgehen zu müssen. Zum Beispiel werden auch Mikrofone an Schulen installiert, die anhand „intelligenter“ Algorithmen erkennen können, ob die betroffene Person unter Stress steht oder wütend ist. Somit soll suggeriert werden, dass es nur durch das Interpretieren der Stimme im Vorfeld möglich ist, eine konkrete Krisensituation an diesem Ort erkennen zu können. Auf diese Weise soll eine Straftat bereits im Vorfeld vereitelt werden und nur durch Stimmanalyse klar erkennbar sein, dass die jeweilige Person dazu fähig ist, an der jeweiligen Schule Schaden anzurichten.

Es geht noch besser...

Überwachung durch soziale Medien ist der Normalfall

Die Befürworter solcher Technologien an Schulen und öffentlichen Gebäuden sehen darin einen effektiven Weg gegen AMOK-Läufe vorzugehen. Zum Beispiel werden Firmen wie Gaggle und Securly in das Schulleben integriert, die die Verwendung von Google-Diensten scannen, analysieren und an US-Schulen zur Weiterverarbeitung weitergeben. Google gibt den Schulen mit G-Suite ein mächtiges Softwarepaket, dass von Textverarbeitung, Präsentationen und vielen weiteren Applikationen den Schülern die Möglichkeit gibt im schulischen Alltag viele Sachen zu erledigen. Auch funktionieren die Applikationen ideal mit dem günstigen Google Chromebook. Mittlerweile nutzen ca. 80.000.000 Menschen das Suite-Angebot von Google im Bildungsbereich.

Die Problematik ist, dass viele Schüler neben ihren schulischen Aufgaben auch privat den Google-Account benutzen, mit dem sie angemeldet sind. So melden sie sich auf YouTube an, um sich Filme und Inhalte anzuschauen, schreiben Mails über Gmail oder laden sich private Daten auf Google Drive. Was viele Schüler nicht wissen ist, dass die Schulen auf diese Daten, Inhalte und Verläufe im Browser stets Zugriff haben.

Privat bleibt leider nicht privat.

Dokumente werden gelesen und ausgewertet

Für viele „Überwachungsunternehmen“, die mehr Sicherheit an Schulen propagieren und verkaufen wollen ist das ein lukratives Geschäftsfeld. Den US-Schulen wird angeboten die Schüler auszuspionieren und die Daten, die der jeweilige Schüler produziert oder konsumiert, auszuwerten. Den Schulen werden die Daten übermittelt und gelistet, welche Interessen der Schüler verfolgt und in welche Gefahrenrichtung der jeweilige Schüler tendiert.

Diese Berichte werden wöchentlich oder in Notfällen, sofern eine Gefahrenlage existiert, auch unmittelbar telefonisch mit der Schulleitung kommuniziert. Es ist nicht klar, wieviele Schulen dieses System verwenden, aber es werden immer mehr.

Inwieweit wird man als Gefahr gesehen? Dies entscheidet vorrangig die Applikation des jeweiligen Sicherheitsunternehmens.

Eltern spionieren ihre Kinder aus

Unternehme wie Social Sentinel bieten an, die Social-Media-Profile der Schüler auszuspähen. Alles geschieht natürlich im „guten Sinne der Sicherheit und dem Allgemeinwohl“ der Gesellschaft. Es ist aber immer zu bedenken, dass alle Datensätze nie 100% sicher und geheim bleiben. Auch werden mittlerweile Eltern unterstützt Spyware auf den Geräten ihrer Kinder zu installieren, um Sicherheit in der Familie und im Alltag zu gewähren.

Datenschützer wehren sich

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) beklagt den unberechtigten Eingriff in die Privatsphäre der Schüler und auch die Sicherheitslücken, die weitreichende Folgen haben werden. Die Sicherheitsunternehmen umgehen die „Sicherheitsprotokolle“, um an die sensiblen Daten zu kommen. Hier merkt man die ganze Problematik bei diesem Vorgehen…

Schulen und Eltern agieren wie ein Überwachungsstaat und geben die Daten an Dritte weiter, die sie nicht einmal kennen.

Von den Kosten für die Schulen abgesehen, wollen diese Unternehmen auch viel Geld verdienen. Denn diese Technologien sind nicht günstig und eigentlich geht es den Unternehmen vor allem darum Umsatz zu generieren und sich für den Zukunftsmarkt einen sicheren und lukrativen Marktanteil zu sichern. Bei den knappen Schuletats steht die Frage im Raum, wo da die Bildung bleibt bzw. in welche Richtung Schüler auf diese Weise indirekt geschult werden.

Die Folgen der Überwachung sind nicht absehbar.

Wer wird diskriminiert und wie sieht die Welt damit aus?

Wie wirken sich diese Methoden bei Kindern aus? Wenn Vertrauen nicht vorhanden ist, wie und wem werden Kinder vertrauen, wenn sie erwachsen sind? Wie werden Minderheiten bei diesen Überwachungen behandelt? Es ist erwiesen, auch durch die Kampagne „black lives matter“, dass Schulen mit mehr Schülern mit Migrationshintergrund eher auf diese Überwachungstechnologien zugreifen, als Schulen, bei denen vorwiegend Weiße zur Schule gehen.

Diskriminierung ist in den Algorithmen vorprogrammiert.

Ist Gesichtserkennung an Schulen rassistisch?

Natürlich ist Gesichtserkennung eine umstrittene Technologie. Seit Jahren wird auch an deutschen Bahnhöfen damit experimentiert. Trotzdem kam eine Studie einer US-Behörde National Institute for Standards and Technology im Dezember 2019 zu einem verheerenden Fazit. Menschen mit asiatischem und afroamerikanischem Aussehen werden bis zu 100-mal öfter falsch identifiziert als weiße Personen.

Besonders dunkelhäutige afroamerikanische Frauen werden schlecht erkannt. Auch ist die Software gerade bei Älteren und Kindern sehr ungenau. So wurden diese Ergebnisse auch von anderen Universitäten ähnlich beurteilt. San Francisco hat durch diese Beurteilungen letztes Jahr (2019) Gesichtserkennungssoftware verboten. Andere Staaten und Städte sind diesem Vorbild aber nicht gefolgt. Auch in Deutschland wird mit Gesichtserkennung weiter getestet und geforscht.

Unser Farbleitsystem ohne Datenschutz und Technologie

Unser Bestreben

Unser Bestreben ist natürlich unser Farbleitsystem an Schulen zu installiere und immer mehr Schulen mit unserem System zu begeistern. Auch haben wir den Wunsch ein Produkt anzubieten hinter dem wir stehen und alle einen langfristigen Nutzen davon haben. Wir wollen eine Gesellschaft und Schullandschaft fördern, die offen und kommunikativ ist. Wir wollen gemeinsam eine gute Orientierung bieten und allen Beteiligten ein System anbieten, dass sowohl im Alltag als auch in Krisensituationen eine Unterstützung ist.

Es gibt keine Kontrolle und keine Überwachung. Es ist ein analoges System, dass auch in 50 Jahren funktionieren wird, da neben unseren Komponenten des Farbleitsystems vor allem der Mensch eigenständig denken darf und muss.

Wir unterstützen gerne die neuen Technologien. Trotzdem denken wir, dass wir als Menschen und Individuen weiter selbst unser Leben und unser Umfeld beobachten und bestimmen sollen. Denn jede äußere Vereinfachung in unserem Leben nimmt auch ein wenig eigene Fähigkeiten. Dies ist bis zu einem Grad gut vertretbar, aber wir dürfen nicht vergessen, dass unser Leben nicht nur aus Automatismen und Bequemlichkeit besteht, sondern auch aus Entscheidungen und Selbstverantwortung.

In diesem Sinne: Solange wir unsere Gedanken selbst steuern und unser Leben selbst bestimmen, können wir auch den Weg, den wir gehen, erkennen und unser Ziel erreichen. Dabei unterstützt sie auch unser Farbleitsystem. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Dejan Pavlovic
Über Dejan Pavlovic Designer, Media Consultant, Business Angel
Seit 1994 entwickele ich als Designer für Unternehmen nach dem Prinzip der “10 Heuristiken” Userinterfaces, Webseiten und Informationssysteme. Mein Schwerpunkt liegt hier in der Optimierung der grafischen Benutzung und der einzelnen Arbeitsschritte innerhalb einer Anwendung. Ich verwende alle gängigen Softwarepakete und scheue mich nicht neue Technologien einzusetzen und damit auch neue Wege zu beschreiten. Mittlerweile betreue ich Projekte (Branding, Design, Software) in ganz Deutschland, Schweiz, Österreich, Serbien, China und in den USA.